LOLL
Sageritz, ein Kirchspieldorf im Kreis Stolp
Herzlich willkommen auf der Sageritzer Seite
Hier finden Sie die Kurzbeschreibung des Amtsdorfes, auch
Kirchspieldorf Sageritz im Kreis Stolp in Pommern. 1939 hatte das
Dorf 499 Einwohner. Es liegt an dem alten West-Ost Handelsweg
Stettin - Königsberg. Der selbst colorierte Kartenausschnitt des
Messtischblattes 1569 zeigt u.a. den Platz des Burggartens, wo
schon im 13. Jahrhundert die Burg Sageritz stand.
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Sageritz Kreis Stolp
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Weitergehende
Informationen finden Sie bei den Hinweisen (Links) und in der
empfohlenen Literatur zur Geschichte unseres Dorfes.
http://www.stolp.de
http://pommerscher-greif.de
http://www.schlawe.de
http://pom-wpru.kerntopf.com/orte/i_stolp.htm
http://www.sedina-archiv.de/docs/Nitzke_Pigorsch_Ness_Krs_Stolp.pdf
http://www.genealogy.net/vereine/PG/aktiv/kreise/nitzke.htm
http://www.rummelsburg.de/genealogie/hufen/Ortsnamen/S.htm
http://www.litdok.de/cgi-bin/litdok?lang=de&treu=x&t_multi=x&v_0=GEO&q_0=sageritz%2Fstolp
http://smc-inet2.uni-muenster.de/www.sitterlee.de/christian_friedrich_sitterle.htm
http://www.studienstelleog.de/download/KS.pdf
http://www.ruegenwalde.com/verkauf/wehrmann_1/teil-4.htm
http://www.charly.ping.de/bibliothek/livonius-e.htm
http://www.genealogy.net/vereine/PG/ortsforschung/ortsforscher.htm
Lit.
-Pagel, Karl-Heinz, Der Landkreis Stolp in Pommern
-Brüggemann, Ludewig, Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen
Zustandes des Königl. Preussischen Herzogthums Vor- und Hinterpommern
-von Zitzewitz-Muttrin, Friedrich-Karl, Geschichte der ersten und
zweiten Linie des Geschlechts von Zitzewitz 1340-1958 als Nachfahren
der Herren von Kutzeke de Zanow bis um 1240
Zum Kirchspiel Sageritz gehörten neben dem Bauerndorf Sageritz die
Dörfer Alt-Damerow, Neu-Damerow, Karstnitz, Ludwigslust, Mahnwitz und
Papritzfelde.
Das Dorf Sageritz hat eine lange Geschichte und wird lt.
Zitzewitz-Muttrin mit der
Burg Sageritz seit 1280 erwähnt. Nach dem 2. Weltkrieg fiel Sageritz
mit ganz Hinterpommern
an Polen und heißt heute Zagorzyca.
Ich bin 1934 auf dem Anwesen meiner Eltern Paul und Paula Loll geb.
Dubberstein
geboren. Das Haus steht unmittelbar neben der Kirche, die mit ihrem
Turm weithin sichtbar,
Mittelpunkt des Dorfes ist. Im Dorf gab es Lolls auf drei kleinen
Bauernhöfen mit dazugehörenden
Werkstattgebäuden oder Einrichtungen für einen Tischlereibetrieb. Viele
Lolls hatten etwas
mit Holz zu tun, entweder als Waldbauern, Holzwärter oder Tischler, wie
mein Vater, Großvater
und Urgroßvater in Sageritz.
Für die Kirchspielgemeinde Sageritz gibt es eine
Einwohnerliste Sageritz/Pommern, Stand 01.09.1939
Diese Liste ist nicht das Ergebnis einer Volkszählung.
Sie wurde zusammengetragen durch Angaben der Überlebenden und
Nachkommen der damaligen Sageritzer-Einwohner, aus der Gemeindeliste
Sageritz (erstellt 1956 von Paul Loll ) für die Heimatauskunftsstelle
für den Kreis Stolp und dem Einwohner-Verzeichnis von Friedrich-Karl
Wenzlaff (erstellt im Dezember 1958) und der Gemeinde-Vermißtenliste
von 1961.
Die Karte Sageritz-Heide und das Einwohnerverzeichnis Sageritz-Heide
sind
von Erich Dirla. Die Hausnummern sind nachträglich und fiktiv
vergeben, um Familien und Haushalte zuordnen zu können. Die weiblichen
Einwohner, die nach September 1939 geheiratet haben erscheinen mit
ihrem danach angenommen Familiennamen.
Neu ist die 2007 fertig gestellte, dreibändige "Dokumentation Sageritz
bis März 1945". Sie enthält: Namen der Einwohner, Grundbesitzangaben,
Vorbesitzer
und Familieninformationen.
Anfragen an: Fritz Loll 44534 Lünen Flachskamp 51
oder per e-Mail: fritz.loll@t-online.de
Die Geschichte des Dorfes Sageritz
Da es eine sehr frühe Gründung dieses Dorfes gibt, sind die Quellen für
die Zeit vom 13. Jhd. bis zum 17. Jhd. sehr dünn. Sageritz kommt vor,
aber zusammenhängende Beschreibungen gibt es nicht. Seit seiner
Gründung ca. 1250/80 finden die Burg Sageritz und die Kirche immer
wieder Erwähnung.
Einen dieser Hinweise findet man bei Zitzewitz-Muttrin.
Die Burg Sageritz hat wohl auf dem Hügel gestanden, der auf dem
Messtischblatt 1569 im Burggarten eingezeichnet ist. Ein Teil dieses
Hügels wurde im Volksmund auch der „Ceterberg" (Käteberg) genannt. Die
Überlieferung des Namen „Ceterberg" für einen Hügel im Dorf Sageritz
ist wahrscheinlich aber aus der Beschreibung von Wehranlagen der
Germanen und Römer übernommen worden.
Dies ist auch das Gelände östlich des Baches Karstnitz, das in der
geologischen Heimatkunde „Toteis-Hochfläche" genannt wird. Dr. Kurd
v.Bülow liefert sogar eine Skizze dazu.
Eine andere Quelle befindet sich in „Beiträge zur Heimatkunde
Hinterpommern Nr. 9 - Die Burgwälle des Stolper Landes". Hier
beschreibt Walter Witt in Kap. 13 „Das Schloß zu Sageritz", gemeint ist
die Burg zu Sageritz.
Schon im 12. Jahrhundert kontrollierte der Johanniterorden die alte
Handelsstraße von Stargard nach Danzig. Es gehörten aber nicht alle
Burgen und befestigten Plätze an dieser Straße dem Orden.
Aus den Geschichtszahlen des F.K. von Zitzewitz-Muttrin geht hervor,
dass Mitte des 13. Jahrh. der Bau der kleinen Burgen Zanow am
Gollenberg und Sageritz zwischen Stolp und Lauenburg, beide an der
Handelsstraße Stargard-Danzig gelegen, angelegt wurden.
Diese beiden gehörten zu dieser Zeit zu den Svenzonenburgen. Sie
gehören 1330 dem Svenzonenherzog Jesco von Schlawe und später Martinus
Kuzeke de Sanow. Von ihm wird berichtet, dass er diese Handelsstraße
Köslin-Danzig an der Westgrenze des Schlawer Landes schon mal sperren
ließ. Die Burg und später das Dorf, hatten eine strategische Bedeutung,
weil sie am Ende des großen Moores zwischen Warbelow und Sageritz
liegen.
Dies belegt, dass diese kleinen Burgen Streitobjekt zwischen den
Svenzonen und dem Orden waren. Die Kutzekes sind Teil des Stammbaums
der von Zitzewitz, deshalb hat F.K. von Zitzewitz-Muttrin diese
Zusammenhänge eingehend untersucht.
Siegel Kutzeke-Zitzewitz im XIII und XIV Jahrhundert
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Siegel rekonstruiert nach
Originalwachsabdrucken
im Heroldsamt in Berlin
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Die Burgen auf diesem Siegel sollen wohl die im Text erwähnten Burgen
Zanow, Sageritz und Muttrin sein. Die Burgen in Zanow und Sageritz
werden auch als Grenzburgen bezeichnet.
Bis 1390 wurde von den Kutzeke dieses Siegel, anstatt des
Familienwappens der von Zitzewitz benutzt.
Er berichtet ferner, dass die
„Burgo Sageritz" auf Veranlassung des Ordens geschleift wurde,
allerdings ohne Angabe einer Jahreszahl. Es folgt dann die
Beschreibung, dass Bogislaw VIII. mit dem Wiederaufbau der Burg
begonnen hatte.
Er lebte von 1363 bis 1418. Ich zitiere dann aus dem schon genannten
Buch „Ein schon begonnener Wiederaufbau unter Bogislaw VIII. musste
1440 - offenbar unter erheblicher Einwirkung der Stadt Stolp -
aufgegeben werden".
Zanow Geht bereits 1348 an die Kamminer Bischöfe, wird dann aber 1483
an Herzog Bogislaw X. verkauft. Da die Jahreszahlen 1440, 1485 und 1492
hier erwähnt werden, ist diese Quelle für die Geschichte des Dorfes
Sageritz sehr wichtig. Ich zitiere „6. Sageritz Im Jahre 1440 ist
Schloss Sageritz bezeugt, 1485 wird Pacht aus dem Ort der Herzogin
Sophie verschrieben. In demselben Jahre werden die Kirche und die
Herzogin als Patronin genannt".
Soweit dieses Zitat, aber insgesamt sind in diesem Kapitel IX „ Zur
Geschichte der Kirchen im Lande Stolp bis zum 18. Jahrhundert" mehrere
Daten, die auch für die Kirche in Sageritz zutreffen.
Wie sich der Übergang der Katholischen Kirche Sageritz nach der
Reformation vollzog ist nicht bekannt. Erst die 1539 im Lande Stolp
durchgeführten Kirchenvisitationen dokumentieren in den
Visitationsrezessen auch die evangelische Kirche in Sageritz.
Anfang des Jahres 1627, ist in den Ratsprotokollen der Stadt Stolp
vermerkt, wurden neben Sageritz, die Dörfer Karzin und Labuhn von den
Schweden besetzt. Bei Gefechten im Polnisch-Schwedischen Krieg
(1600-1629) blieb zwar die Stadt Stolp verschont, aber einige ihrer
Dörfer, wie Sageritz wurden geplündert (Quelle Dr. Richard Schuppius,
Stolp von 1600-1650, Stolp 1930).
Bis 1629 lag Sageritz als Poststation an der Hauptverkehrsstrasse
von Hamburg nach Danzig. Die Poststationen zwischen Stolp und Lauenburg
waren der Reitzer Krug, Sageritz, Labehn, Groß- und Klein-Gluschen, der
Schurower Krug, der Vangersker Krug, Darsow, Langeböse und Lischnitz.
(Die weiteren Untersuchungen hierzu laufen noch.)
Ein anderes Mal taucht Sageritz in
den Geschichtsbüchern am 18. März
1807 auf, als eine Reiterattacke von dem so genannten Freiheitskämpfer
Schill gegen Truppen Napoleons, zwischen Sageritz und Mahnwitz
stattfand. Ihm wurde ein Denkmal gesetzt, dass heute noch an der
Chaussee Mahnwitz, Sageritz, Hebron-Damnitz steht. Karl-Heinz Pagel
beginnt in seinem Buch „Der Landkreis Stolp in Pommern" die
Beschreibung von Sageritz mit einem Zitat von Max Esch „ Sageritz, ein
Bauerndorf in äußerst idyllischer Lage, mit malerischen Gehöften, ist
eine alte Ansiedlung. Hier befand sich schon in der Zeit, als die
Wenden den abziehenden Germanen folgten, ein Burgwall, einer jener
künstlichen Hügel, die noch mehrfach in der Stolper Gegend auf uns
überkommen sind. Jetzt erhebt sich auf diesem höchsten Punkt des Dorfes
die Kirche . . .".
Die Sageritzer Kirche
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Sageritzer Kirche im herbstlichen Abendlicht
Foto aus 2005
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Die Sageritzer Kirche
Die Sageritzer Kirche und ihr Anteil an der aufgeschriebenen und
erzählten Geschichte des Dorfes ist ausführlich in der Chronik
„Gemeinde Sageritz" von F.K. Wenzlaff beschrieben. Eine weitere
Quelle sind die Verzeichnisse der evangelischen Geistlichen in
Pommern. Hier wird als erster 1561 Pastor Johann Driese für Sageritz
genannt. Einer der sich mit der Historie der Sageritzer Kirche sehr gut
auskannte war mein Vater Paul
Loll. Leider hat er schriftlich nicht sehr viel hinterlassen. Aus einem
Brief, den er ca. 1960 an die „Sageritzer" geschrieben hat, will ich
ein paar Zahlen nennen: Danach war die Sageritzer Kirche bis 1820 eine
Holzkirche, die durch einen Blitzschlag abbrannte. In den Jahren 1830
bis 1834 wurde die heutige Kirche (zum großen Teil aus den Findlingen
die in der Sageritzer Burg verbaut waren) „aus Felsen" gebaut. Es war
das Kirchenschiff ohne Turm. Erst 70 Jahre später, 1904 wurde der
Kirchturm angebaut. Im Jahre 1909 erfolgte der Einbau der täglich
aufzuziehenden Turmuhr. Aus eigenem Erleben kann ich von dieser Aufgabe
des Kirchendieners, der
die Kirchenuhr aufziehen musste, berichten.
Mein Vater war lange Jahre, bis 1945 Kirchendiener. Sein Großvater
Carl Loll war bis 1902 ca. 30 Jahre Kirchenpatron.
Die Sageritzer Kirche ist ein pommernweit bekanntes Baudenkmal. Über
sie wurde
schon früher in der überregionalen Presse berichtet.
Neben der markanten Kirche ist auch heute noch die historische
Taufschale erwähnenswert.
Die heute katholische Kirche, ist auch für die Nachbardörfer zuständig.
Sie ist gut erhalten fortlaufend renoviert und erweitert worden.
Die Schule
Die zweite wichtige Säule für das Dorf ist die Schule. Heute eine
Gemeinschaftsschule mit gymnasialem Zweig. Sie ist erweitert worden und
hat eine ganz neue Turnhalle. Unterrichtet
werden rd. 220 Schüler von 25 Lehrkräften incl. Verwaltungspersonal.
Alle noch lebenden Sageritzer werden sich an ihre Schulzeit erinnern.
Jeder hat seine eigenen Erlebnisse, die er sein Leben lang mit sich
trägt. Nach meinem Kenntnisstand gibt es drei verschiedene
Schulkomplexe. Die neue, heute Polnische Gesamtschule mit einem
gymnasialen Zweig. Sie hat ein erweitertes Schulgebäude und eine schöne
große Turnhalle. Es handelt sich um eine vorbildlich geführte Schule.
Sie ist inzwischen sogar als Europaschule zertifziert.
Vorgänger war die Deutsche Schule, in die ich drei ½
Jahre gegangen bin. Sie steht in der Schulstrasse. Es gibt ein
Klassenfoto vor der Schule mit meiner Klasse. Es war eine zweizügige
Volksschule für die Klassen 1-4 und 5-8.
Dies war aber schon mindestens das zweite Schulgebäude von dem ich
weiß. Leider ist eine Schulchronik nicht erhalten. Die vorherige
Volksschule hat auf der Südseite der Dorfstrasse gestanden, dort wo
heute das Wohnhaus von Gustav Wenzlaff steht. Sie soll abgebrannt sein.
Bei unserem Besuch in 2005 haben die Schulleitung mit Herrn Nowak
als dem Direktor, das gesamte
Personal (Lehrer und Bedienstete) den Deutschen Besuchern, darunter
sieben
ehemalige deutsche Schüler, die bis 1945 diese Schule besucht haben,
einen überaus
freundlichen Empfang bereitet. Die Schüler haben in der sehr schön
geschmückten Turnhalle Lieder und Singspiele vorgetragen. Ihre
Leistungen wurden mit langem, anerkennenden Beifall
gewürdigt.
Es war mehr als nur ein erster Besuch nach 60 Jahren.
Historische Blickpunkte
Der Friedhof
Es hat 60 Jahre gebraucht, bis die ehemaligen Bewohner erstmals
gemeinsam ihr altes Dorf besuchen und bei dieser Gelegenheit
auch einen
Gedenkstein setzen konnten. Die alten Deutschen Gräber sind alle
abgeräumt und nach Ablauf der Liegezeiten neu belegt worden. Der
Gedenkstein hat mit dem
Einverständnis des Katholischen Pastors auch einen sehr schönen Platz
bekommen, direkt am Friedhofseingang, unmittelbar an der Kirche. Wir
haben jetzt einen
Platz wo wir niederknien können und unserer Vorfahren gedenken.
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oben Friedhof und Kirche 1930
unten Denkmal der Toten 1914-18
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Diese Postkarte zeigt einen Teil des damals neuen Friedhofs.
Der Kirchturm wurde 1904 am Kirchenschiff angebaut, und die
Kirchturms-Uhr wurde im Juni 1909 in Betrieb genommen.
Unten sieht man das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges
(eingeweiht 1923), dass
auf dem Dorfplatz vor der Kirchhofsmauer steht.
Leider sind die Namen der Toten auf den Seitenflächen des Denkmals
bei der Renovierung zugespachtelt und verloren gegangen. Ich suche
deshalb jetzt andere historische Quellen um ein Verzeichnis der
Gefallenen
des Kirchspiels Sageritz aus dem 1. Weltkrieg zu erstellen.
Der Gedenkstein
Dazu gehört der direkt an der Kirche liegende Friedhof, der stark
belegt ist.
Auf diesem Friedhof wurde im Mai 2005 ein Gedenkstein für die Toten der
ehemaligen Dörfer des Kirchspiel Sageritz, nämlich Alt-Damerow,
Karstnitz
Mahnwitz, Ludwigslust, Neu-Damerow, Papitzfelde und Sageritz, gesetzt.
Hier der Text des Gedenksteins:
Hier ruhen unsere Vorfahren von 1485 bis
1948. Die Gemeinden des Kirchspiels Sageritz:
Alt-Damerow, Karstnitz, Ludwigslust, Mahnwitz,
Neu-Damerow, Papritzfelde und Sageritz gedenken Ihrer
Tutaj spoczywaja nasi przodkowic od 1485 do 1948.
Gminy parafii Zargórzyca:
Stara Dabrowa, Karczniza, Saborze, Mianowice
Nowa Dabrowa, Paprzyce i Zargórzyca
Zachowzjmi Ich w pcmicci
Here rest our ancestors from 1485 till 1948,
members of the parish Sageritz:
Alt-Damerow, Karstnitz, Ludwigslust, Mahnwitz,
Neu-Damerow, Papritzfelde and Sageritz
in loving memory
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Gedenkstein des Kirchspiels
Sageritz
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Das Hebrongrab und die Dorflinde
Spätestens durch die Bestattung des Obersten Daniel Hebron im Jahre
1628 in Sageritz, ist das Dorf in die Geschichtsbücher aufgenommen
worden. Oberst Daniel Hebron wurde 1584 geboren und starb am 08.07.1628
an einer Krankheit in Stargard a.d.I. Beigesetzt wurde er auf seinem
eigenen Grund und Boden, auf dem Kirchenvorplatz der Sageritzer Kirche.
Später wurde dieser Teil des Kirchengeländes der Dorfplatz. Hier
befindet
sich das Grab auf dem die Dorf-Linde steht. Weitere Angaben hierzu auf
der
Seite „Hebron/Hepburn". Mein Elternhaus (Paul Loll) liegt unmittelbar
am
Gelände der Kirche und des Dorfplatzes. Ich bin quasi mit dieser Linde
groß geworden. Als Kind bin ich zum Spaß oft in diesen Baum geklettert.
Die Dörfer Sageritz, Karstnitz und Hebron-Damnitz gehörten
im 17. Jhd. der Familie Hepburn/Hebron. Der Grabdeckel seines
Zinnsarges liegt heute im Museum in Slupsk.
Text des Grabdeckels
Der aktuellste Aufsatz über
Hebron, den Europäer in Sageritz findet man im Stolper Heft 2008.
Die Sageritzer Windmühle
Ein anderer optischer Blickfang des Dorfes war lange Jahre die
Sageritzer Windmühle.
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Foto Windmühle Sageritz
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Foto: Sageritzer Windmühle
der Müllermeisterfamilie Hoffmeister.
Bis in die 30er Jahre stand diese Windmühle auf einer kleinen Anhöhe am
Ende
der Schulstrasse (Steege) in Sageritz. Sie gehörte zuletzt der Familie
Hoffmeister.
Max Hoffmeister stammt aus der großen Müllerfamilie die im 17. Jhd in
Stammsitz
in Starkow hatte und Mühlen über mehrere Generationen in ganz
Hinterpommern hatte.
Sageritz ist heute das polnische Dorf
Zagórzyca.
Durch die jüngste polnische
Gebietsreform gehört Zagórzyca zur Gemeinde Damnica. Hier ein paar
Bilder vom
Besuch der ehemaligen Deutschen Bewohner im Mai 2005.
Obwohl nicht mehr
Oberzentrum hat sich das Dorf gut entwickelt. Hier ein Foto
vom Eingang des Dorfes von der Chaussee Mahnwitz - Hebron-Damnitz. Die
Bäume um die Kirche herum sind so gewachsen, dass man nur bei
genauem Hinsehen, in der Mitte die Kirchturmspitze sieht.
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Dorfansicht von der Chaussee kommend
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Hier die Dorfjugend im Jahr 2005
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Diesen freundlichen Kindern und Schülern merkt man überhaupt keine
Fremdheit an.
Es ist als ob es eigene Enkel wären, die hier die Schule besuchen.
Wenn man selber mit 10 Jahren das Dorf verlassen hat und jetzt diese 9
bis 12 jährigen Kinder sieht, ist es, als ob die Zeit stehen geblieben
wäre.
A k t u e l l e s :
Kurzbericht über den
letzten Besuch in der Gemeinde Damnica Anfang September 2010
Bauvorhaben:
Es gibt seit Kurzem im Dorf eine rege Bautätigkeit, vornehmlich an
allen drei Enden des Dorfes. Im Oberdorf entsteht ein neues 1 1/2
geschossiges Einfamlienhaus auf der Seite von Schmied Gast und Rudolf
Schröder.
Im Unterdorf, hinter Paul Albrecht (Fliegerpaul), kurz vor dem
steinigen Gelände des Burggartens baut einer der Lehrer aus Sageritz.
In der Schulstraße ist schon fertig ein neues Einfamilienhaus mit
glasierten rotbraunen Ziegeln, hinter dem Haus von Zahnarzt Siebmann.
Insgesamt sollen es sieben neue Bauvorhaben sein.
Kirche:
Die Kirche ist in den letzten 2 Jahren nochmal verschönert
worden. Pfarrer Henryk Jareczek hat sehr viel für die
Ausschmückung der Kirche getan. Das Hauptgemälde der Altarbilder "Jesus
am Kreuz" ist von einem bekannten Polnischen Künstler in Schlesien
restauriert worden. Die Völkner-Orgel ist elektrifiziert und wieder
spielbar, müsste aber fachmännisch überholt werden. Unter dem Baldachin
der ehemaligen Kanzel gibt es eine sehr schöne farbige neue
Wandmalerei. Am meisten gefreut habe ich mich, dass die wertvollen
alten Holz-Kronleuchter wieder aufgehängt wurden. Diese seinerzeit von
der Gutsbesitzerfamilie Schultz aus Mahnwitz gespendeten
Kunstwerke waren zwischenzeitlich durch moderne Kronleuchter ersetzt
worden. Die Restauration der Völkner-Orgel ist im Gespräch.
Schule:
Es ist schon erstaunlich wie so ein kleines Dorf wie
Zagorzyca (Sageritz) solch eine leistungsstarke Gesamtschule mit fast
200 Kindern unterhält, fördert und ausbaut. Nicht zuletzt durch die
Unterstützung der Bürgermeisterin
Maria Janusz aus Damnica (Hebron-Damnitz). Der Direktor zeigte voller
Stolz seine neue Schulsportanlage, die oberhalb der Turnhalle, rechts
neben dem alten Gelände des Schießstandes gebaut wurde. Ein
eingezäunter Kunstrasenplatz, mit mehrfarbigem Boden für verschiedene
Sportarten wie Fußball, Handball, Volleyball und Tennis. In der Schule
wird inzwischen auch Deutsch als zweite Fremdsprache unterrichtet.
Ein
erster Schüleraustausch mit dem Freiherr-vom-Stein Gymnasium in Lünen
hat in 2011 stattgefunden.
Gedenkfeier für Ernst Junghans
Ernst Carl Gottlieb Junghans geb.17.
Januar 1889 in Sageritz, einer der Söhne der Lehrerfamilie
Junghans/Putzig an
der Schule in
Sageritz war nach dem 1. Weltkrieg von 1924 bis 1933 für die KPD
Stadtrat in Dormagen. 1933 unmittelbar nach der Machtergreifung durch
Hitler wurde er von SA-Schlägertruppen gejagt, angeschossen und starb
an diesen Schußverletzungen im Krankenhaus.
Für sein mutiges Eintreten für einen Demokratischen Staat wurde er am
17
Dez. 2011 geehrt. In der Straße seiner ehemaligen Wohnung in der
Westerburgstraße in Zons wurde ein Stolperstein verlegt.
Dorftreffen 2011:
- Das traditionelle Dorftreffen der Ortsgemeinschaft Kirchspiel
Sageritz
hat auch in 2011 wieder im Andersen-Hotel in Birkenwerder
statt.gefunden.
Ein Protokoll haben die Mitglieder inzwischen erhalten.
Aktuelles:
Der geplante Schüleraustausch mit dem Freiherr-vom-Stein Gymnasium
in Lünen
hat inzwischen stattgefunden.
Beide Besuche waren wohl sehr erfolgreich.
Die erste Austauschgruppe war hier in
Lünen. Zwanzig Polnische Schüler und die begleitenden Lehrer Katarzyna
Kolkowska, Agnieszka Trusiak und Alicja Kraczewka nahmen an dem
Schülerautausch hier am FSG in Lünen teil. Zum Gegenbesuch des
Deutschen Gymnasiums waren Schüler und Lehrer in Zagorzyca,
Damnica, Slupsk und Ustka. Ein Fotobericht ist auf der Internetseite
des FSG eingestellt.
Stand 06. Jan. 2012
Impressum:
Herausgeber Fritz Loll,
Sprecher der Ortsgemeinschaft Kirchspiel
Sageritz und Ansprechpartner im HKA Stolp.